I won’t forget these days!

… oder das unweihnachtlichste aber schönste Weihnachten. Eigentlich wollte ich davon schon längst erzählt haben, bin aber nie dazu gekommen.

Es war im Dezember 2013, eigentlich sollte die Kurze am 17. oder 18. oder 19 Dezember zur Welt kommen, man war sich da nicht ganz einig. Der 19.12. verging, ebenso der 20., 21. und 22. 12. Es wurde schon spekuliert, ob die Geburt eingeleitet werden soll und wenn ja wann. Auf jeden Fall nach Weihnachten und wohl auch nicht mehr das Jahr.

Die Überlegungen hatten am 23. ihr definitives Ende. Am frühen Morgen ging es mit den Wehen los. Genauer ins Detail gehen möchte ich jetzt nicht. Ich rief im Krankenhaus an, um zu fragen, ob das jetzt wirklich Wehen sind. Aussage: Ja, kommen sie mal her! Also Sachen gepackt und los.

An dem Tag war alles so zeitlos, ich kann nicht sagen, wann wir letztendlich da waren und wann wir in einen Raum mit einem Bett kamen, wo meine Frau an ein Gerät angeschlossen wurde, das Wehen aufzeichnen sollte. Ich kann zum zeitlichen Ablauf nur sagen, daß es schon wieder dunkel wurde, als wir in den Kreißsaal kamen. Es war etwas stressig, weil immer wieder rein- und rausgelaufen wurde. Im Kreißsaal nebenan gab es wohl eine ziemlich schwierige Geburt, die Frau drüben hat ja wirklich alles zusammengeschrien. Ansonsten passierte bei uns eine gefühlte Ewigkeit nichts außer daß das Wehenmeßgerät seine Geräusche von sich gab und man sich ansonsten vorkam wie auf dem Bahnhof. Und es war sehr heiß dort, auch meiner Frau. Ich machte die Fenster mehrfach auf, weil immer wieder die eine Hebamme reinkam, die es gut meinte und wir sollten ja bloß nicht frieren. Ja nee, is klar.

Irgendwann war es dann so weit, die Kleine kam. Einzelheiten dazu habe ich kaum noch im Kopf. Ich weiß noch, daß ich nicht ans Fußende wollte. Und daß ich bei der Geburt von oben meiner Frau die Hand haltend trotzdem da unten hingeguckt habe. Als ich das Gesicht von der Kleinen gesehen hab, war dann vorbei. Ich konnte noch sagen „Ich hab ihr Gesicht gesehen!“ und dann hab ich losgeheult.
Als die Kleine dann ganz draußen war, hatte ich mich schon wieder etwas beruhigt. Nein, die Nabelschnur wollte ich nicht durchschneiden, ich wollte eigentlich auch nicht danach gefragt werden. Ich ging aber dann mit, als die Kleine gemessen und gewogen wurde und danach gleich wieder auf der Mama abgelegt wurde. Diese hat mich dann rausgeschickt, um die Oma anzurufen und ihr zu erzählen, daß sie Oma ist. Ich sollte meine  Schwiegereltern auch darum bitten, die Katze zu füttern und den Weihnachtsbaum zu schmücken.

Im Laufe des Abends zogen wir vom Kreißsaal ins Zimmer um und blieben dort bis zur U2, die am 27. stattfand. Wir haben dort wenig geschlafen,wir waren einfach zu geflasht und mußten unser Kind bewundern, das seinerseits wieder recht viel geschlafen hat. OK, mein Körper hat sich seinen Schlaf dann dorch irgendwann geholt, aber für meine Verhältnisse war es  docch sehr wenig.
Beim Stillen gab es einige Probleme, da haben  auch viele Hebammen und Schwestern herumgestümpert. Dort wurde ein kleines Grundsteinchen dafür gelegt, daß meine Frau sch heute zur Stillberaterin ausbilden läßt. Der große Grundstein wurde durch die inkompetente Nachsorgehebamme gelegt, aber das ist ein anderes Thema. Ich hab da selbst nicht viel von mitbekommen, außer eben daß es Probleme gab.

Am 24. gegen Mittag bin ich kurz nach Hause gefahren, um Wechselklmotten und (meine) Getränke zu holen und mich etwas um die Katze zu kümmern.
Dies hier war übrigens nicht das Werk der Katze, aber so fand ich unseren Weihnachtsbaum vor:
dsc01003

Da konnte wohl jemand nicht mit dem Ständer umgehen… Nun ja, ich hab mich wegen der Scherben und wegen meiner unqualifizierten Finger nicht richtig rangetraut, das Chaos irgendwie zu beheben. Ich gebe zu, daß ich heute nicht mehr genau weiß, ob ich den Baum so nur an dem Tag liegenlassen habe, ob der noch so lag, als wir alle zusammen heimkamen oder ob meine Schwiegereltern wieder aufgeräumt hatten. Auf jeden Fall gehört aber ein umgestürzter Weihnachtsbaum zu den Geschichten um die Geburt meiner Tochter.
ich weiß auch noch, daß die Katze ziemlich wenig begeistert war, daß sie die Tage so viel allein zu Hause war. Nach einer knappen Stunde war ich dann auf dem Rückweg in die Klinik. Naürlich nicht ohne vorher ein Bild vom umgestürzten Baum gemacht zu haben.

Zu Hause war ich auch am 1. und 2. Wehnachtstag noch, beide Male blieben Frau und Kind wie auch am Heiligabend im Klinikzimmer. Ich glaube meine Frau und unser Kind waren das komplette Weihnachten nur auf der Wöchnerinnenstation.

Auch auf der Station und in unserem Zimmer war es sehr warm, bei uns konnten wir immerhin die Fenster aufmachen, was zwar eigentlich auch noch nicht ganz reichte, aber immerhin besser war als wenn wir sie zugelassen hätten.

Am 1. Weihnachtstag kamen uns meine Schwiegereltern besuchen. Gerade er wußte überhaupt nicht, wie er mit der Kleinen umgehen sollte. Es gibt ein schönes Foto, wo er wie ein aufgeschrecktes Hühnchen guckte, als er sie erstmals im Arm hatte.

Am 2. Weihanchtstag war frühmorgens und als wir es doch endlich mal zum Schlafen geschaft hatten eine Gruppe von Musikanten unter unserem Fenster und gaben Weihnachtslieder zum Besten – wir hätten sie erwürgen können…

Ich weiß nicht mehr genau wann in diesen Tagen es war: Alle paar Tage kommt ein Hobbyfotograf dort vorbei, um die Neugeborenen zu fotografieren. Für die Eltern ist das kostenlos und man hat ein paar schöne Bilder von seinem Baby für später auf einer CD. Eines davon hängt heute stark vergrößert auf Leinwand bei meinen Schwiegereltern, ein weiteres ziert mein Avatar.

Am 27.12. kam eine Kinderärztin aus der Stadt für die U2, wir packten vorher schon zusammen, damit wir danach gleich nach Hause abhauen konnten. Zu Hause hat uns die Katze mit einem Blick begrüßt als hätte sie sagen wollen „Mußte das sein?“ Sie hatte es wirklich nicht so mit Kindern. Das wurde zwar mit der Zeit besser, ist aber auch eine ganz andere Geschichte.

Zurück auf Anfang und zu der Frage, wie ich überhaupt darauf komme. Den Artikel so zu nennen, ihn gerade jetzt zu schreiben und so. Es hängt tatsächlich mit dem Titel „Won’t forget these days“ der hannoveraner Band „Fury in the slaughterhouse“ zusammen. Dieses Lied war das erste Lied, was ich nach der Geburt meiner Kleinen überhaupt irgendwo gehört hatte, ich verbinde kein anderes Lied eben genau deswegen mit diesen Tagen, die ich eben auch nicht vergessen werde und jetzt darauf kam ich, weil genau dieses Lied wieder mal im Radio kam, ich dadurch an diese Tage erinnert wurde und feuchte Augen bekam.

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