Lecker Happa Happa

Ja, es geht ums Essen. Pünktlich zum halben Jahr am 23. Juni haben wir angefangen, unserer Kleinen Beikost zu geben. Keine Angst: Sie wird weiter gestillt. Beikost ist Beikost und nicht Anstattkost.

Die ersten paar Male kam kaum was in ihr an, fast alles lag um sie herum auf dem Tisch und auf dem Boden. Aber sie hatte ihren Spaß.

Uns als Eltern ist sehr wichtig, daß sie am Essen Spaß hat.

Den hat sie heute, etwa anderthalb Monate später, noch immer. Inzwischen bekokmmt sie mehr in den Magen, rund um ihren Platz muß noch immer gewischt werden, aber es landet lange nicht mehr so viel auf dem Boden wie zu Anfang. Daß Kinder nicht gerade die Vorbilder in Sachen Sauberkeit sind, wenn sie anfangen zu essen, ist sicher nicht nur bei unserer Kleinen so.

Ihr habt es sicher schon gedacht: Wir weichen bei dem Thema auch wieder von der Norm ab. Das, was wir machen, ist nicht genau aber ähnlich dem „Baby led weaning“, Kurzform: BLW. Ins Deutsche übersetzt heißt das „Säuglingsgesteuertes Abstillen“, es steckt aber noch viel mehr dahinter. Die Kleine erforscht ihr Essen, den einzelnen Geschmack und die Konsistenzen der Obst- und Gemüsesorten und der fertigen Produkte.

Das gipfelte bisher darin, daß meine Schwiegermutter der Kleinen bei Ikea ihr Softeis hingehalten hat und ich sie zu Hause an meinem Steileis habe lecken lassen. Das kleine Bißchen, das sie dabei abbekommen hat, ist ganz sicher nicht schlimm. Das, was sie wirklich gar nicht bekommen soll, ist Honig in jedweder Form. Mit einigen Dingen muß man wegen Verschluckungsgefahr aufpassen und Salz ist sehr sparsam einzusetzen.

Es hat sich inzwischen etwas herauskristallisiert, was sie lieber mag und was weniger. Brot ist zum Beipiel nicht so ihrs. Fisch oder selbstgemachte Frikadelle auch nicht, Hawaii-Toast schon und ihre Lieblinge beim Essen sind von Anfang an Birnen und Salatgurken. Salatgurken waren nebenbei offensichtlich sehr angenehm, als sie ihre ersten Zähne bekommen hat. Da ist sie mit dem Stück kalter Gurke über ihre herauskommenden Zähne gefahren. Sie hat sicher das schmerzlindernde Kühlen begriffen. Inzwischen hat sie keine Zahnungsschmerzen mehrund reibt auch die Gurke nicht mehr so an diesen Stellen.

Es gab bisher einige Reaktionen auf das Essen der Kleinen. Wenn ich so erzähle, was wir ihr schon geben, wind wie selbstverständlich davon ausgegangen, daß wir das Essen pürieren. Auch die Kinderärztin, wo wir Anfang Juli zur U5 waren, bekam auf die Frage nach Brei meine inzwischen Standardreaktion: Ein entsetzter Blick und „Das kann sie doch gar nicht greifen!“ Die Kleine versucht wenn wir ihr mit Besteck zu nahe kommen dieses ebenfalls zu greifen. Die Kinderärztin hat dann auch gleich in der Akte fett und in rot vermerkt, daß wir keinen Brei füttern. Sie hat es nicht direkt gesagt, aber zwischen den Zeilen war deutlich zu vernehmen, daß sie erwarte, daß wir Brei auf den Löffel tun und diesen Brei notfalls hineinzustopfen. Googelt man nach Bildern für „Stopfgans“, dann wißt Ihr wie ich es empfinden würde, irgendetwas zu essen in sie reinzustopfen.

Es gibt aber auch gegenteilige Reaktionen. Einige finden unsere Herangehensweise hochinteressant und möchten es teils genauer erklärt haben. Einige finden es einfach nur gut.

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